Ende Juli besuchte ich zusammen mit einem Team von 18 Mitarbeitern aus dem Al Hamra Residence Hotel und dem Al Hamra Village Hotel in Ras Al Khaimah sowie mit Mitarbeitern aus dem Regional Office von H World International das Senses Residential and Day Care for Special Needs in Um Suqeim. Auch der Vice President der Gruppe Siegfried Nierhaus war mit dabei.
Die Hotelangestellte hatten beschlossen, das Zentrum mit Spenden zu unterstützen und so wurde unter anderem ein Mittagessen für alle, die dort leben, gesponsert und auch anderes was benötigt wird. Außerdem wollten die Hotelmitarbeiter die Menschen die hier leben näher kennen lernen.
Senses Residential and Day Care for Special Needs (Senses) wurde 2004 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Dubai. Als erste stationäre Pflegeeinrichtung im Mittleren Osten hat sie sich der Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen sowie Waisen und verlassenen Kindern mit besonderen Bedürfnissen verschrieben. Unter Einhaltung internationaler Standards bietet das Zentrum Interventionsprogramme für Kinder mit besonderen Bedürfnissen an, die auf einem ganzheitlichen Ansatz basieren.
Das Zentrum bietet diesen Kindern, die spezielle Therapien benötigen, eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung und stellt ihnen Rehabilitations- und Bildungsprogramme sowie ein förderndes Umfeld zur Verfügung, in dem sie neue Fähigkeiten entwickeln und ihre Fertigkeiten verbessern können. Durch spezielle Programme, die Sprach- und Musiktherapie, Kunst, Alltagskompetenzen, Sport, Physiotherapie, Ergotherapie und sensorische Integrationstherapie kombinieren, können Kinder im Alter von zwei bis neunzehn Jahren mit leichten bis schweren körperlichen und psychischen Behinderungen in einer sicheren Umgebung die effizienteste und qualitativ hochwertigste Betreuung erhalten, die sie benötigen. Diese Therapien und professionellen Programme vermitteln den Kindern die Fähigkeiten, die sie für ihre Entwicklung benötigen, um später einen Arbeitsplatz finden und ein soziales Leben führen zu können.
Die Behinderungen reichen von Autismus und Down-Syndrom, zerebraler Kinderlähmung bis zur mentalen Retardation und vielem mehr. Neben den aufgeführten Behinderungen ist auch Epilepsie ein verbreitetes Leiden im Senses-Haus.
Die Aufnahme eines Kindes ist hier nicht durch die Prämisse familiärer Unterstützung beschränkt. Im Gegenteil ist das Programm der Hilfsorganisation speziell auf die Behandlung benachteiligter Waisenkinder ausgelegt. Da die meisten der in dem Heim lebenden Kinder und Jugendliche jedoch mit 20 Jahren meist nicht in der Lage sind, ein selbstständiges Leben zu führen, ist die altersbedingte Beschränkung des Heimaufenthaltes selten umsetzbar.
Die Geschichte
Im Jahr 2002 arbeitete die engagierte Emirati Nadia Khalil Al Sayegh im Sozialministerium und war für die Unterstützung und Betreuung von Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen zuständig. Sie stellte fest, dass es für diese Familien keine Wohnpflegeeinrichtung gab, die rund um die Uhr Pflege und Betreuung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen anbot. Mit dem Wunsch, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, kündigte sie ihren Job und machte sich daran, eine gemeinnützige Pflegeeinrichtung zu gründen. Im Jahr 2004 wurde das Senses Center in einer kleinen Villa in Jumeirah ins Leben gerufen.
Als gemeinnützige Organisation konnte Senses kaum die Kosten für die Miete und die Gehälter der Mitarbeiter decken, weshalb der Vermieter die Räumung der Villa verlangte. Während des Umzugs kam Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum zufällig an dieser Straße vorbei und näherte sich aus Neugierde Nadia Al Sayegh, die mit eigenen Händen Möbel transportierte, um mehr über Senses zu erfahren. Dabei hörte er, dass das Zentrum mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.
Als persönlicher Beitrag von HH Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Premierminister und Vizepräsident der VAE und Herrscher von Dubai, wurde dem Center eine eigens dafür errichtete Kindertagesstätte und Pflegeeinrichtung geschenkt, nachdem er von Nadia Al Sayeghs Bemühungen erfahren hatte, dass hier Menschen mit Behinderung spezielle Programme und rund um die Uhr verfügbare Pflegeangebote angeboten werden.
Im Jahr 2010 zog Senses aus der gemieteten Villa in seine neue, eigens dafür errichtete Einrichtung in Um Suqeim3 um. Die neue, hochmoderne Einrichtung verfügt über 23 Klassenzimmer und 8 Therapielabore, in denen verschiedene Therapien und berufliche Schulungen angeboten werden, darunter Alltagskompetenzen und die Vorbereitung der Kinder auf Praktika.
Derzeit werden 141 Kinder und Jugendliche – und sogar einige Erwachsene, die keinen Menschen haben, der sich um sie kümmert, mit verschiedenen besonderen Bedürfnissen bei Senses betreut, von denen über 115 Kinder und Jugendliche in der Wohnpflegeeinrichtung leben, um rund um die Uhr Pflege und medizinische Versorgung durch das Team von Experten und Betreuern zu erhalten.
Senses ist auch ein Pionier bei der Sensibilisierung für verschiedene Störungen in der Region und hat erfolgreiche jährliche Kampagnen zu verschiedenen Themen durchgeführt. Dank der Unterstützung durch lokale und regionale Medien konnten die Kampagnen die gesamte Region erreichen. Die Wirkung dieser Kampagnen lässt sich an der gestiegenen Zahl von Eltern, die Rat suchen, messen und auch an der Zahl der Organisationen, die in den letzten Jahren entstanden sind.
Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad dieses unglaublichen Zentrums steigt auch die Zahl der Kinder und damit ebenfalls die Kosten für den Betrieb der Organisation.
Als gemeinnützige Organisation ist das Team hier auf die Unterstützung von Unternehmen und großherzigen Menschen angewiesen, um die Ziele im Dienste dieser bedürftigen Menschen zu erreichen.
Wie immer wenn eine Gruppe das Zentrum besucht, wurde auch dieser Vormittag als ein fröhliches Miteinander zwischen den Kindern von Senses, den Pflegekräften und Freiwilligen und unserer Besuchergruppe gestaltet. Man plauderte, tanzte, trommelte, musizierte, warf Bälle und ließ Seifenblasen fliegen – als Symbol für diverse Träume, die sich hier nicht um die neuesten Handys und Laptops drehen sondern um Gesundheit und ein kleines bisschen Glück und menschliche Wärme, was hier alle Bewohner so dringend benötigen.
Auch gab es vom Management einen kleinen Show-Around für die Gäste z.B. in das Glashaus wo eigener Hydroponic Salat und Gewürze für gesundes Essen für die Kinder angebaut werden.
Zum Schluss bevor wir das Zentrum und seine Bewohner verließen gab es dann noch ein fröhliches Abschiedsbild mit den Kindern, den Betreuern und den Gästen.
Wenn Sie diesen Artikel lesen denken Sie bitte daran, dass eine Einrichtung wie Senses Hilfe jeglicher Art gebrauchen kann: Senses benötigt einfach alles, was für uns normal und alltäglich ist. Essensprodukte wie Reis, Öl, Nudeln etc. sowie Wasch- und Putzmittel bis hin zu Kleidung und Spielsachen. Nicht zu vergessen natürlich die Medikamente, die die Kinder für ein besseres Leben oder zum Überleben brauchen.
Was zur Zeit auch besonders benötigt wird sind Windeln in jeglicher Größe.
Das gesamte Team ist sehr dankbar für Hilfe aller Art. Auch freiwillige ehrenamtliche Helfer, die das Team unterstützen sind bei Senses jederzeit willkommen.
Mehr Informationen erhalten Sie unter https://www.sensescenter.ae/.
Es war nicht mein erster Besuch bei der Senses School in Um Suqeim, aber immer wieder geht mir so ein Morgen bei den Kindern von Senses unter die Haut und ans Herz. Auch heute habe ich wieder tief bewegt diesen Ort verlassen und plötzlich werden viele alltägliche Sorgen ganz, ganz klein.
Auch der VP von H World International Siegfried Nierhaus brachte diese Gefühle mit einem Satz auf den Punkt: Warum regen wir uns eigentlich über so viele Kleinigkeiten auf?
