Heute kann jeder der gesund leben will, Biologisches oder sogar Biodynamisches kaufen  – bei Organic Foods und Café. Das war aber nicht immer so und damit beginnt die Geschichte von Nils El Accad, den ich vor kurzem in seinem Office im Gebäude von OFC in der Sheikh Zayed Road traf.

 

Nils El Accad

Nils El Accad

 

Nils El Accad wurde in Braunschweig geboren. Seine Mutter war Deutsche, sein Vater kam ursprünglich aus Syrien. Seine Mutter ging nur zur Geburt ihres Sohnes nach Deutschland, denn die Familie lebt nun schon seit fast 50 Jahren in den Emiraten. So wuchs Nils in den VAE auf und besuchte hier auch die Schule, ging aber dann zum Studium nach England. Dort machte er seinen Bachelor of Arts in Business Administration und zusätzlich eine Marketing-Ausbildung.

Als er 15 Jahre alt war wurde seine Mutter krank und der Sohn erkannte, dass es im Gesundheits-Business nur ums Geld ging. Bevor seine Mutter dann in seinem letzten Universitäts-Jahr starb hatte sie ihrem Sohn bereits viel über die Bedeutung von rohem Vollkorn und  unverarbeiteten Bio-Lebensmitteln beigebracht.

 

Nils mit Bio-Milchprodukten

Nils mit Bio-Milchprodukten

 

Zum zweiten Mal beschäftigte er sich intensiv mit Bio-Lebensmitteln als er selbst krank wurde und ihm keiner helfen konnte. Er wandte sich der alternativen Medizin zu und bekam von einem Homöopathen Tropfen, die ihm halfen und seinen permanenten Schwindel beseitigten. Da er aber zuerst weiterhin normales Essen verzehrte begann der Teufelskreis von neuem und ein Homöopath entdeckte, dass Nils durch das Essen, das er zu sich nahm vergiftet wurde. Auch wenn er sich bereits bemühte gesund zu essen war er dennoch einer breiten Palette von Konservierungsstoffen, Hormonen und anderen künstlichen Nahrungsmittelzusatzstoffen ausgesetzt, die sein lymphatisches System blockierten und eine Menge Ärger verursachten.

Er versuchte, seine Diät mit Bio-Lebensmitteln zu verbessern, entdeckte aber dabei  dass es keine zuverlässigen Bio-Lieferanten in der Region gab und auch kaum Möglichkeiten Bio-Lebensmittel zu bekommen. Er hatte damals eine Lizenz für Capri-Sonne und merkte schnell, dass es auch in der Nahrungsmittelindustrie nur ums Geld ging. Dabei waren die einzigen Kriterien: Lässt sich das Produkt gut verkaufen und ist es legal!

Er wandte sich an Hersteller – ohne Erfolg und versuchte dann über Supermärkte Bio-Lebensmittel zu importieren. Als auch dieser Versuch fehlschlug und keinen sein Anliegen interessierte, eröffnete er vor 12 Jahren seinen ersten eigenen Bio-Supermarkt, wo er dann die Kontrolle über alles hatte, was in die Regale kam. Sein Motto war von Anfang an:  „Es geht nicht um Geld, es geht um Ernährung!“

Er begann vom ersten Tag an mit einem deutschen Bäcker zu arbeiten und fing schnell an zu importieren.

Vorher war er durch die Welt gereist und hatte überall kleine Bio-Märkte gesucht, z.B. in Südafrika, in Australien, Uganda und vielen anderen Ländern und bekam überall die gleiche Auskunft, was biologische Lebensmittel betraf. Er begann dann sehr schnell von kleinen Bauern zu importieren, was er bis heute bei allen Produkten wo dies möglich ist, beibehalten hat.

 

Nils mit deutschem Apfelbauern

Nils mit deutschem Apfelbauern

 

Heute arbeitet er hauptsächlich mit Kooperativen, die von 100 bis 150 kleinen Bauern beliefert werden, z.B. in Uganda, Südafrika, Sri Lanka etc. In anderen Ländern arbeitet er mit größeren Farmern, aber immer noch mit Familienbetrieben, die er alle selbst besucht hat.

Fleisch – Rind und Lamm – kauft Nils zum Beispiel nur in Australien bei Matt O’Leary, der mit vielen Bauern zusammen arbeitet, die die Tiere aufziehen, die dann im Betrieb von Matt O‘Leary verarbeitet und verpackt werden. Von ihm bezieht er sogar biodynamisches Demeter-Rind.

Schweinefleisch kommt nur aus Deutschland und Dänemark, alles ohne Hormone und ohne Antibiotika, manches sogar in Bio-Qualität. Nils hatte vorher Marktrecherchen in Dubai gemacht und dabei herausgefunden, dass viel Fleisch vor allem aus Kenia krebserregende Stoffe enthält. Deshalb kommt sein importiertes Schwein aus Deutschland und Dänemark und enthält  garantiert keine Antibiotika und Hormone. Die nächste Stufe wird dann reine Bio-Qualität sein, die allerdings teurer ist.

In den letzten 12 Jahren hat sich kaum etwas am Markt in Dubai verändert, deshalb machen wegen der Nachfrage viele Supermärkte Bio-Abteilungen auf, meistens ohne zu checken ob es auch Bio ist, d.h. es handelt sich dabei um „Billig-Bio“ und man sollte sich immer die Frage stellen: „Ist wo Bio drauf steht auch Bio drin?“

 

Nils mit Obst

Nils mit Obst

 

Nils El Accad verkauft bei OFC nur hochwertige Bio-Ware, von der er sich selbst überzeugt hat. Er ist momentan dabei auch biodynamische Lebensmittel zu importieren, die noch hochwertiger sind als Bio und er bekommt auch immer mehr „Demeter-Fleisch.“

Jeder Konsument sollte sich die Frage stellen, warum er Bio essen will – nur weil es auf dem Etikett steht oder weil es um die eigene Gesundheit geht und man deshalb hochwertig essen will?

Nils erzählte mir, dass seine Familie nur Bio-Lebensmittel zu sich nimmt und völlig gesund ist. Zwei seiner Kinder haben noch nie Antibiotika nehmen müssen, das dritte Kind und er selbst in den letzten 15 Jahren nur einmal.

Bereits beim Tod seiner Mutter und nun in den letzten 12 Jahren seit der Eröffnung seines Geschäfts trug Nils immer mehr den Gedanken nach außen: Das Leben ist mehr als nur Geld und es geht dabei um Ernährung nicht nur ums Geld!

Inzwischen hat Nils El Accad 5 Bio-Supermärkte, das 6. Geschäft soll auf der Palme eröffnet werden und  er ist der einzige echte Bio-Anbieter in den VAE.

 

Nils

Nils

 

Nils hat noch sehr viel vor, so will er diverse neue Produkte ins Land bringen, wie z.B. kaltgepresste Rohkostsäfte aus Spanien, wodurch weniger Ware geflogen werden muss. Die Säfte werden ohne Hitze mit Druck pasteurisiert, wodurch alle Enzyme erhalten bleiben und das Produkt vom Presstag an eine Lebensdauer von 60 Tagen besitzt.

Mit all seinen Vorhaben will Nils global Dinge verändern, er will die kleinen Farmer bzw. Bauern überall auf der Welt unterstützen und nicht wahnwitzige Mieten an Landlords zahlen und er will den Menschen in den Emiraten dabei helfen, sich gesund ernähren zu können  – alles nach der Devise: It’s not about money – it’s about food!

Ich hoffe, dass sich diese Philosophie auch bei anderen durchsetzen wird – bei Organic Foods und Café wird dies auf jeden Fall praktiziert.