Die Vereinigten Arabischen Emirate wachsen in beeindruckendem Tempo. Neue Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen, Industrieanlagen werden erweitert, riesige Rechenzentren und moderne Technologien benötigen immer mehr Energie. Doch woher sollen der benötigte Strom und das Wasser in Zukunft kommen? Und wie lässt sich der steigende Bedarf mit den ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen des Landes vereinbaren?
Genau um diese Fragen ging es bei den LIDE Emirates Talks, die am 21. Oktober im The Rufescent in Dubai stattfanden. Unter dem Titel „Powering the Future: Investment, Infrastructure & the Energy Transition“ kamen Wirtschaftsvertreter und Experten zusammen, um über Investitionen, Infrastruktur und die Energiewende in den VAE zu diskutieren.
Die Veranstaltung wurde von ista Middle East als offiziellem Sponsor unterstützt. Auch Dubai CommerCity war als Patron der Veranstaltung beteiligt.
Eine große Herausforderung für die Zukunft
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand René Matthies, Chief Financial Officer der Emirates Water and Electricity Company (EWEC). Das Unternehmen spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Strom- und Wasserversorgung in Abu Dhabi und bei der Planung zukünftiger Kapazitäten.
Die Dimensionen sind gewaltig: EWEC und Masdar arbeiten an Plänen, bis 2035 mehr als 30 Gigawatt Solarkapazität und über 8 Gigawatt Batteriespeicher bereitzustellen. Ziel ist es, künftig 60 Prozent des gesamten Energiebedarfs Abu Dhabis aus erneuerbaren und sauberen Energiequellen zu decken.
Doch neue Energieanlagen allein reichen nicht aus. Es braucht langfristige Planung, erhebliche Investitionen und eine Infrastruktur, die mit dem wirtschaftlichen Wachstum Schritt halten kann.
Nicht nur Energie erzeugen, sondern auch intelligent nutzen
Hier kam Oliver Sporrer, Managing Director von ista Middle East, ins Spiel, der die anschließende Diskussion mit René Matthies moderierte.
Während EWEC vor allem die Versorgung mit Strom und Wasser im Blick hat, beschäftigte sich Oliver Sporrer mit der anderen Seite der Gleichung: dem Energieverbrauch.
Denn nicht nur die Frage, wie viel Energie produziert wird, ist entscheidend, sondern auch, wie effizient diese Energie genutzt wird.
Gerade bei Gebäuden, großen Immobilienprojekten und Industrieanlagen gibt es erhebliche Möglichkeiten, den Verbrauch zu optimieren, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Oliver Sporrer betonte, dass moderne Technologien und nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten bereits heute vorhanden sind. Unternehmen, die frühzeitig in Energieeffizienz und erneuerbare Energien investieren, können sich damit auch wirtschaftliche Vorteile sichern.
Die Energiewende beginnt also nicht erst bei großen Kraftwerken, sondern auch dort, wo Energie täglich verbraucht wird – in unseren Gebäuden und Unternehmen.
Austausch über Branchengrenzen hinweg
Dass das Thema weit über die Energiebranche hinaus von Bedeutung ist, zeigte auch das Interesse der Teilnehmer.
Unter den Gästen war auch Mitch Bittermann von Dubai CommerCity, das als offizieller Patron die Veranstaltung unterstützte. Er zeigte sich begeistert vom fachlichen Austausch und den interessanten Einblicken in die Energiezukunft der Emirate.
Energie sei ein Thema, das praktisch jede Branche betreffe, während viele der entscheidenden Entwicklungen im Hintergrund stattfänden. Gerade deshalb sei es wertvoll, Einblicke von Experten zu erhalten, andere Perspektiven kennenzulernen und über den eigenen geschäftlichen Bereich hinauszublicken.
Auch für Unternehmen aus Handel, Logistik und E-Commerce werden eine zuverlässige Energieversorgung, nachhaltige Infrastruktur und langfristige Planung zunehmend wichtig.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Rodrigo Paiva, Präsident von LIDE Emirates, unterstrich die Bedeutung von Energie und Infrastruktur für das weitere Wirtschaftswachstum der VAE. Diese Bereiche erforderten nicht nur Kapital, sondern auch langfristige Visionen und eine konsequente Umsetzung.
LIDE versteht sich dabei als Plattform, die Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter zusammenbringt, um aus Gesprächen konkrete Möglichkeiten für Zusammenarbeit und neue Entwicklungen entstehen zu lassen.
Der Abend machte deutlich, dass die Energiewende in den Vereinigten Arabischen Emiraten längst mehr ist als ein reines Umweltthema. Sie ist eng mit der wirtschaftlichen Zukunft des Landes verbunden.
Und vielleicht liegt eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Abends genau darin: Die Energie der Zukunft muss nicht nur sauber und zuverlässig produziert, sondern auch klug und verantwortungsvoll genutzt werden.
